Der Klang von Energie

Taimanov spielte virtuos Klavier; in den Parien, in denen er nicht unter der Qual des Sieges-Zwanges war, herrscht eine solche Harmonie unter den Figuren, eine unglaubiche Eleganz!

Smyslow war ein begabter Bariton, auch bei ihm habe ich oft den Eindruck, mitten in einem Orchester zu sitzen und um mich herum entsteht eine phantastische Welt aus transzendenten Klängen.

Ob man Partien vertonen kann?

Vielleicht gehört Pirc-Ufimzew in die atonale Kategorie, Barcza in die 12 Ton Musik; Taimanow zu Debussy, Fischer wäre irgendwas zwischen Jimi Hendrix, Steve Vai und Paganini, Tal kann ja nur in den Klängen von Bob Marley und Janis Joplin und den Doors sein; Aljechin fände sich in den Klängen von Johann Christian Bach…

Jeder Grossmeister hat seinen eigenen Stil, seine Handschrift, seinen Klang.  Jede Eröffnung ihren Geschmack, Rhythmus, ihren Oberton.

Botvinniks Partien erinnern eher an einen sehr komplexen Algorithmus – vielleicht wäre er also im Drum N Bass aufgehoben,; zu Capablanca passt irgendwas unschwülstig-barockes.

Eine Ausnahme ist vielleicht Kasparian: ich  höre ihn in den Obertönen; viele seiner Kompositionen führen in die Stille.

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