AaZ / 014

Es regnet wie aus Kübeln – vor zwei Tagen. ich stehe mit den Kindern im Strassenbahnhaltetsellenhäuschen; eine junge Frau auch, sie raucht. Ein älterer Herr (ca 70, sehr dicke Brille) kommt dazu, und fängt mit der Frau eine Diskussion an, weil ihr Rauch meine Kinder stört. Ich höre zu, und wundere mich. Nachdem er sie zugetextet hat, versucht er es mit mir.

Ich frage ihn, wie er dazu kommt, zu wissen, was mich und meine Kinder stört.

Schwerer Fehler. Ich werde belehrt und belabert, bis ich ihm mitteile: Ich schätze seine Sorge sehr, sie ist jedoch unbegründet. Wenn es ihn (!) stört, dann habe ich dafür Verständnis, aber er soll bitte weder mich, noch meine Kinder mittelbar oder unmittelbar belangen – oder belästigen.

Nachdem er fort ist, frage ich die Kinder: was hat Euch gestört? Ve (trocken): „Der Mann“.

Es ist wohl eine Sache der Gausschen Normalverteilung. Je mehr Leute man kennenlernt, desto mehr nette Menschen gibt es. Aber da endet der Satz nicht.

ich frage mich so oft: was erwarten die Menschen? Ich wundere mich immer wieder, dass und wie sehr unbefriedet „der Mensch an sich“ ist. Es kommt mir skurril vor…

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