AaZ / 012

Philip, mein bester Freund – unsere Freundschaft überdauert bereits eine Ehe; er hat auch drei Kinder- und ich haben vor laanger Zeit beschlossen: er und ich treffen uns, wir nehmen die Kinder mit. Ein Papa Wochenende. Das wird super!

Nun also war es so weit: wir treffen uns in der JH in Altleiningen, nahe Speyer. Die DJH ist super, eine top-restaurierte Ritterburg mit benachbartem Freibad und angeschlossener Best-Gastronomie, und bei bestem Wetter warte ich auf seine Ankunft. Jan stürzt sich schnell noch von  einer Burgmauer, und schürft sich beim fallen aan einem Stein die Brust auf (vom Kehlkopf bis zum Bauchnabel). Er ist hart im nehmen – zum Krankenhaus muss ichnicht mit ihm; ausserdem ist Philip noch nicht angekommen, so kaann ich in Ruhe (haha!) auf ihn warten. Seine beiden Jungs bringt er mit, seine kleine Tochter lässt er daheim. Nach dem Mittagessen suchen wir einen (den) Spielplatz in Altleiningen auf, er liegt ganz nahe bei Ilses Kaufhaus, und nur einen Hopser vom Sarglager (das gibt es echt) entfernt. Attraktion des Platzes ist ein Hügel, von dem man herabrutschen kann, und unter dem eine Krabbelröhre läuft. Jan, Fynn und die Philips Buben verschwinden darin, und bald haben sie entdeckt, dass man prima Staub von dort drinnen aufwirbeln kaann; dann ist es, als rauchte ein gewaltiges Kanonenrohr.

Ab undan kommt ein staubiges, hustendes Kind hervor, schnappt nach Luft und spuckt den Staubmund sauber, trinkt einen Schluck, und verschwindet dann wieder.

Ich wundere mich schon lange nicht mehr über die Spiele der Kinder – so auch hier. Plötzlich kommt Jonathan, P. Ältester und mein Patenkind, aus der Staubkanone hervor, und heult, hält sich den Kopf und heult. Fynn hat ihm Sand ins Gesicht geschmissen. 86 % der Ladung sind zwischen Auge und Lid. Jonathan sieht aus, als hätte er die letzten vier Monate nicht geschlafen,  und als wir sein Auge öffnen, da leuchten uns ROTE Augen entgegen.Panik taucht auf. Augenverletzungen sind tückisch, gefährlich und von größter Bedeutung. Wir spülen und bitten Jonathan, so tränenreich wie möglich zu weinen.

Im Nachbarhaus bitte ich um mehr Wasser. Damit schaffen wir es bis zur Apotheke, und können Augentropfen besorgen. Morgen, am Montag, wird er zum Augenarzt gehen.

Heute fuhren wir nach Mannheim, ins Technikmuseum. Johlen, schreieien – an den Hintergründen und Zusammenhängen kein Interesse. Streit ums Essen, Zickerei bei der Bestellung im Restaurant.

Philip und ich haben wenig voneinander, das war klar. Wir müssen eher darauf achten, dass die Kinder nicht raufen, dass niemand umgerannt wird. Wie wildgewordene Hyänen. So kenne ich meine Jungs nicht; abwechselnd schäme ich mich, trenne sie, beruhige ein anderes Kind, suche ein Kind….

Hier startet das Heimkommen mit einem Riesenberg Wäsche und geht dann weiter, dass Fynn Jan mit einer Ladung Chipsbrei  bespuckt, nachdem Jan ihn ärgerete, und was davor war, weiss ich nicht.

Ich habe sie soeben beide zum spielen und lüften nach draussen geschickt.

So kann es gehen: da denke ich: das Wochenende wird so richtig toll, und es wäre vielleicht besser gelaaufen, wenn wir daheim geblieben wären.

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