Alleinerziehend auf Zeit / 001

Nun sind sie da: meine drei Kinder, und sie werden bleiben bis zum Anfang August; August 2011.

Der Start war dann doch überraschend; ich habe -mein Chef ist ein echter Schatz- schnell mal frei nehmen müssen.

Heute ist schon Tag drei; und ich könnte ganze Bücher füllen, über das, was geschah.

Gestern kommt Silas -der Mittlere- um kurz nach 22 Uhr ins Wohnzimmer, reibt sich die Augen und teilt mit: er kann nicht schlafen, weil Ve (die Kleine) ihn mit der Nachtbeleuchtung meines Weckers blendet. Ich gehe also rein, und investigiere. Die Kleine reagiert entspannt, und teilt mit: Alles ok, die Batterie ist jetzt eh leer, sie wird niemanden mehr behelligen.

So lösen sich Probleme.

Oder heute Morgen: ich mache Pfannekuchen zum Frühstück; in meiner kleinen Schnuckelküche wuseln alle drei um mich herum. Ich gerate in Hektik; meine kostbare 1/2 Liter Kaffeetasse fällt aus der Pole-Position, reisst eine Milchtüte mit, und meine Küche sieht im Nu aus wie Vietnam. So reagiert das Universum: ich wollte eh seit ein paar Tagen mal gründlich dort geputzt haben.

Kann man das toppen?

Na klar.

Ich denke, als ich das Wischwasser wegkippe: Wenn ich mich doch nur über so etwas freuen könnte. Wenn ich doch bei so etwas gelassener bleiben könnte. Und mache mich auf den Weg in den Keller, den Teppich aus der Küche waschen.

Die WaMa läuft an – plötzlicher Tumult im Treppenhaus. Elias (der älteste) brüllt: Papa, komm schnell, es ist was, es ist was! (Ich habe ihm immer gesagt: wenn was ist, dann schrei…) also sspurte ich, und werde auf dem Weg nach oben mit allem an Info versorgt, was das zerberstende Vaterherz noch braucht: „Es ist alles voll Blut!“.

Silas hat beim hochkommen sich den Kopf an dem geöffneten Fenster gestossen, aber so sieht es nicht aus, eher wie Vietnam… ich hetze mit den dreien zum KKH, die Adresse ist schon im Navi eingegeben, aber ich bin so aufgeregt, dass ich mich verfahre. Um es abzukürzen: eine Schürf-Wunde, sie wird gereinigt, die Ärztin ist ein Schatz, und alles ist shanti. Nur mein Zittern geht nicht weg; also warte ich daheim noch dreissig Minuten und beschliesse dann, um den Block zu joggen, um die Anspannung los zu werden.

Als ich nach Runde drei (jede dauert so sieben Minuten) am Haus vorbeikomme, und zum dritten Mal nach den Kindern schaue, haben sie den Johannisbeerbusch der Nachbarin abgeerntet (das müssen so zwei Kilo Beeren gewesen sein) und sie ssofort ratzekahl vertilgt.  Silas hält sich den Bauch (der ist verifizierbar sehr voll) und meint: „Papa, gleich wird mir schlecht … ligt aber nicht am Kopf… liegt an den Beeren…“, und ich stelle mich auf Diarrhoe ein. Also: Klopapier eingepackt, und viel Waschwasser mitnehemen (man weiss nie, wie weit 100 meter wirklich sind) und auf mit den Kindern auf den Spielplatz hinterm Haus. Es waren zwei Regentage, und wenn ich sie heute noch drinhalte, dann muss ich eingewiesen werden. Nichts geschieht, sie haben (das haben Tonnen von Sandkastensand und … Gottweisswas! bewirkt) Mägen wie Hyänen. Selig bolzen die Kinder, der Vater mantriert, um zurück in die Mitte zu finden (Mitte – wo ist das… Dortmund – Kruckel, China oder Swadhistana?). Das Abendessen wird teilweise verschmäht (iiiii – das ist doch kein Tomatensalat, das ist EKELIG) teilweise verschlungen (Back-Kartoffeln) und weil die Sonne scheint, hat der Vater noch Zeit, zu bloggen … voilà…

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.