Archive for Juni, 2011

Aaz / 003

Donnerstag, Juni 30th, 2011

Vorgestern war wohl der heissseste Tag des Jahres. Nach dem Freibad, Wii und bloggen in der Wohnung. Alle Fenster auf – and temperature is RISING. Uff, es waren um 02.oo h immer noch 38 Grad, die Kinder waren völlig gerädert, und ich konnte erst um vier einschlafen. Dann um 07 h aufstehen, Ve und Fynn im KiGA vorstellen (lief gut); und was ist dann miit dem Rest des Tages? Di Kinder haben mit Malkreide auf den Bürgersteigen gekünstlert, und -das war sehr sehr cool- eine aalte Dame dazu bewegt, dass wir zu fünft hinkeln. Hatten wir einen Spass – und die Dame erst!

Dann hat es sich enorm zugezogen, windig, eisekalt. Wie bei den Chtis! Also habe ich Notwendiges zum Event umgestaltet: mit den Kindern das Auto ausgesaugt, eingekauft und den Brausekopf der Dusche repariert. Dann fing es an, so richtig fies zu werden. Seltsam: an einem Tag vierzig, am anderen 14 Grad. Kresilaufwetter… also habe ich zwei Filme ausgeliehen, und wir haben einen Videonachmittag gemacht. Das war schön!

Morgen beginnt Schule für Jan und KiGa für Ve und Fynn. Der letzte „freie“ Tag hat also begonnen.

Es bleibt spannend…

AaZ / 002

Dienstag, Juni 28th, 2011

Jan habe ich „eingeschult“, er geht bis zum Ferienbeginn in NRW hier in die Schule. Gestern habe ich ihn seiner Lehrerin und neuen Klasse vorgestellt. Extra Gummibärchen gekauft, damit er sich in die Herzen der Mitschüler „einkaufen“ kann. Und ich war sooo aufgeregt. Und glücklich, dass es so reibungslos geklappt hat. Die Schüler sind nett, die Schule ist cool und morgen stelle ich Ve und Fynn im neuen KiGa vor. Eine Aufregung…

Heute waren wir in St Ursula (von dieser Art Kirche gibt es nur drei in Europa, glaube ich) und die Kinder haben echt gestaunt. Die Lieblingskirche von Onkel Fidus… meine auch (irgendwie). Dann Freibad. Ve ist eine Diva und pienzt die ganze Zeit. Wasser zu kalt, Sonne zu hell, ansonsten ist heute viel zu viel Dienstag. Frauen …

Es sind immer noch dreissig Grad draussen, in meiner Wohnung sind es 34. Die Kinder spielen Wii, ich blogge. So ist das Leben (würde Fynn sagen)…

Alleinerziehend auf Zeit / 001

Sonntag, Juni 26th, 2011

Nun sind sie da: meine drei Kinder, und sie werden bleiben bis zum Anfang August; August 2011.

Der Start war dann doch überraschend; ich habe -mein Chef ist ein echter Schatz- schnell mal frei nehmen müssen.

Heute ist schon Tag drei; und ich könnte ganze Bücher füllen, über das, was geschah.

Gestern kommt Silas -der Mittlere- um kurz nach 22 Uhr ins Wohnzimmer, reibt sich die Augen und teilt mit: er kann nicht schlafen, weil Ve (die Kleine) ihn mit der Nachtbeleuchtung meines Weckers blendet. Ich gehe also rein, und investigiere. Die Kleine reagiert entspannt, und teilt mit: Alles ok, die Batterie ist jetzt eh leer, sie wird niemanden mehr behelligen.

So lösen sich Probleme.

Oder heute Morgen: ich mache Pfannekuchen zum Frühstück; in meiner kleinen Schnuckelküche wuseln alle drei um mich herum. Ich gerate in Hektik; meine kostbare 1/2 Liter Kaffeetasse fällt aus der Pole-Position, reisst eine Milchtüte mit, und meine Küche sieht im Nu aus wie Vietnam. So reagiert das Universum: ich wollte eh seit ein paar Tagen mal gründlich dort geputzt haben.

Kann man das toppen?

Na klar.

Ich denke, als ich das Wischwasser wegkippe: Wenn ich mich doch nur über so etwas freuen könnte. Wenn ich doch bei so etwas gelassener bleiben könnte. Und mache mich auf den Weg in den Keller, den Teppich aus der Küche waschen.

Die WaMa läuft an – plötzlicher Tumult im Treppenhaus. Elias (der älteste) brüllt: Papa, komm schnell, es ist was, es ist was! (Ich habe ihm immer gesagt: wenn was ist, dann schrei…) also sspurte ich, und werde auf dem Weg nach oben mit allem an Info versorgt, was das zerberstende Vaterherz noch braucht: „Es ist alles voll Blut!“.

Silas hat beim hochkommen sich den Kopf an dem geöffneten Fenster gestossen, aber so sieht es nicht aus, eher wie Vietnam… ich hetze mit den dreien zum KKH, die Adresse ist schon im Navi eingegeben, aber ich bin so aufgeregt, dass ich mich verfahre. Um es abzukürzen: eine Schürf-Wunde, sie wird gereinigt, die Ärztin ist ein Schatz, und alles ist shanti. Nur mein Zittern geht nicht weg; also warte ich daheim noch dreissig Minuten und beschliesse dann, um den Block zu joggen, um die Anspannung los zu werden.

Als ich nach Runde drei (jede dauert so sieben Minuten) am Haus vorbeikomme, und zum dritten Mal nach den Kindern schaue, haben sie den Johannisbeerbusch der Nachbarin abgeerntet (das müssen so zwei Kilo Beeren gewesen sein) und sie ssofort ratzekahl vertilgt.  Silas hält sich den Bauch (der ist verifizierbar sehr voll) und meint: „Papa, gleich wird mir schlecht … ligt aber nicht am Kopf… liegt an den Beeren…“, und ich stelle mich auf Diarrhoe ein. Also: Klopapier eingepackt, und viel Waschwasser mitnehemen (man weiss nie, wie weit 100 meter wirklich sind) und auf mit den Kindern auf den Spielplatz hinterm Haus. Es waren zwei Regentage, und wenn ich sie heute noch drinhalte, dann muss ich eingewiesen werden. Nichts geschieht, sie haben (das haben Tonnen von Sandkastensand und … Gottweisswas! bewirkt) Mägen wie Hyänen. Selig bolzen die Kinder, der Vater mantriert, um zurück in die Mitte zu finden (Mitte – wo ist das… Dortmund – Kruckel, China oder Swadhistana?). Das Abendessen wird teilweise verschmäht (iiiii – das ist doch kein Tomatensalat, das ist EKELIG) teilweise verschlungen (Back-Kartoffeln) und weil die Sonne scheint, hat der Vater noch Zeit, zu bloggen … voilà…

Rechtsruck bei den Burschenschaften: Die Hansea Mannheim

Mittwoch, Juni 15th, 2011

Die empfundene (!) Not scheint gross: gewünschtes Ziel und Kurs des Vaterlandes weichen drastisch voneinander ab, so sieht es wohl der Dachverband. Ursachen mag es viele geben – eine liegt wohl (so sieht man es dort) in einer „Verfremdung“; und hier schon entsteht bei mir Widerwillen. Man will Menschen ausgrenzen, weil sie „anders“ sind.

Ich besuche also die Seite der Hansea Mannheim. Eine Burschenschaft, wie Burschenschaften eben sind. Ich stehe ihnen eher fern, akzeptiere aber, dass es Gruppen und Menschen gibt, die solche Ziele haben, und einen solchen Lebensweg gehen.

Freiheit heisst eben: es muss auch die Freiheit zum Anders-Sein geben.

Auf den Fotos sieht man: Farbentragende Burschen auf div. Anlässen, ein freundlicher junger Herr lächelt oft in die Kamera, er hat asiatische Gesichtszüge. Er könnte der Anlass des Streites sein.

Nun lese ich in den News Verwirrendes: etwas Volk, Abstammung, Zugehörigkeit zu Abstammungen – und denke: ich verstehe es nicht.

In meiner Studienzeit war ich ab und an auf den Häusern von Verbindungen, und habe manch rege Diskussion geführt:

Immer noch bin ich der Meinung, dass „Schlagen“ eine Körperverletzung darstellt, und es nicht Recht ist, dies als Zusammenschluss zu tolerieren oder gar zu fördern. Dass Uniformen und Farben doch mindestens unnötig sind: in allen Kleidern und Farben steckt doch immer ein Mensch. Die Reaktionen fand ich dennoch beeindruckend: Kein Rauswurf, keine Ausgrenzung. ich war gast, habe mich betragen, und so hat man sich sehr höflich und anständig mir gegenüber verahlten. Ich schätzte dies sehr – das tue ich noch immer. Und noch immer lehne ich es für mich ab.

Nun aber: der Junge Mann war bereits auf der Versammlung, dem Burschentag 2010. Er hat an Festen teilgenommen, sich eingebracht. Seine Burschenschaftbrüder stehen um ihn, haben ihn im Arm. So soll es ja nun sein: man ist einig.

Und nun: soll es eine Ausgrenzung geben? Wegen seines asiatischen Aussehens?

Wenngleich ich mit der Burschenschaftsbewegung (ich nenne es hier so) nicht sympathisiere, und „lediglich“ der Meinung bin, dass Freiheit auch hier ein Recht bleibt; aber dies schockiert mich tief.

Ist es ein burschenschaftsinterner Irrtum? Haben wir Aussenstehenden zu lange weggesehen? Ist dies die Konsequenz eines Streites, bei dem es um etwas völlig anderes ging, und es handelt sich lediglich um eine Retourkutsche?

Oder will ich einfach nicht sehen, dass es mitten im Herz und Hirn der Akademischen Landschaft zu einer drastsichen Fehlentwicklung gekommen ist?

Mir scheint: die Hansea Mannheim ist nun gefordert: festhalten am Eid, und Treue zum Bruder – oder Hörigkeit dem dachverband gegenüber? Und -so bleibt zu hoffen- die weiteren Burschenschaften – was ist mit denen? Werden sie sich durch den Dachverband weiterhin vertreten lassen?

Schockschwerenot! Ausgrenzung, Diskriminierung – das kann, das darf nicht sein!