Randgebiete

Die Kerngebiete der Wissenschaftsbereiche sind nahezu „ausgeforscht“ – wer will in der Juristerei noch wahrhaft Neues zum Erlaubnistatumstandsirrtum finden (um ein Beispiel zu nennen)?
Und dennoch: gibt es (wie es uns das garstige Zen weismachen will) nichts mehr zu wissen, gibt es denn wirklich gar nichts zu tun?
Ja – und nein.
„Nein“ denn die Randgebiete der Bereiche, die Interferenzen der Gebiete, sind so zahllos und so dynamisch, dass die Überschneidungsmaterie reizvollsten Boden liefert. Sie glauben es nicht? Dann müssen Beispiele her.
Nehmen wir die „esoterische Ecke“, und da den einigermassen „harten“ Kern – wie zB Buddhismus, oder Yoga. Hier geht es um Präsenz, darum, das zu sein, was man wirklich ist – erwacht, aufmerksam, offen. Ein grosser internationaler Versicherer, der vieles neu definiert, will nun „erreichbar, aufmerksam, zuverlässig“ sein. Ich beahupte keineswegs, dass dies esoterisch sei -mitnichten!- aber hier finden wir ein Thema wieder, das -jedenfalls auf den ersten Blick nicht, und wahrscheinlich auch nicht auf den zweiten- nicht aus dem Kernbereich der Wirtschaftswissenschaft stammt. Ob meine These bezüglich des Ursprunges dieser Ambition nun zutrifft oder nicht, das wage ich nicht zu behaupten. Aber: es sei festgestellt, dass das Unternehmen sich etwas zum Ziel setzte, dass zutiefst menschlich ist.
Oder nehmen wir die Physik, dort die Feldtheorie und Quantenphysik /-mechanik. „Gibt es Materie?“ und „was ist das genau?“ sind zwei sehr interessante Fragen. Wir können sie -möglicherweise- nur mit Wahrscheinlichkeiten beantworten. Materie ist -vielleicht- Schwingung, eine Manifestation von Energie; eine feste Definition hat man in der Physik aber nicht. Diese Erkennntnis ist -paradoxerweise- nicht neu; bereits Patanjali mag dies gewusst haben – und dies Wissen (freilich ohne empirische Erkenntnis) wäre („wäre“ weil es unklar ist, ob man dies unter dieser Prämisse als „Wissen“ annehmen kann) dann mehr als 1000 Jahre alt.
Was geschieht, wenn man Psychologie und Medizin und Ethik miteinander verschränkt? Palliativmedizin – vielleicht.
Ob wir einmal dazu kommen, dass „Esos“ über wissenschaftliche Aufsätze meditieren?
Und dass Wissenschaftler versuchen, Dinge empirisch zu belegen, die „esoterisch gesehen“ wurden?
Was passiert, wenn man Mathematik mit Religionswissenschaften verschränkt? Die Kabbala wird leicht zugänglich…
Die Möglichkeiten, die sich auftuen, sind nahezu unbeschränkt. Was -von diesem Gedanken- ist tatsächlich denkbar? Was wird umgesetzt?
Es bleibt also sehr, sehr spannend…

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