Archive for Februar, 2011

Illia Nyzhnyk

Donnerstag, Februar 17th, 2011

… wer?
Ich kannte den Namen auch nicht – bis ich ein wenig nachlas.
Illia ist gerade mal 14 Jahre alt, hat eine ELO von +/- 2600 und ist soeben der jüngste GM geworden.
Eigentlich hätte ich soeben alle paar Worte mindestens drei „!“ in Klammern schreiben sollen, so beeindruckt bin ich.
Chapeau!

Buddhismus und Christentum

Mittwoch, Februar 16th, 2011

Einem lieben Freund von mir schenkte ich einmal „Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“ von Master Sogyal Rinpotsche.
Nach einer Zeit kam sein Feedback:

Was Buddhismus denn nun wirklich sei, das sei ihm nicht klar geworden; B. sei „so wenig greifbar“.
Ihm komme es absurd vor, zu einem Menschen (Buddha) zu beten.
Schlichtweg: der Buddhismus sei der Christlichen Religion zuwider (entgegengesetzt).

Ich war geschockt.

Mir stellt sich -immer noch- die Frage: Ist B. eigentlich eine Religion?
Nun glaube ich nicht, dass ich in der Lage und Situation wäre, hierüber wirklich etwas fundiertes zu äussern.
Ich kann nur sagen, was ich denke, was ich glaube.
Im B. geht es darum, Glück zu finden, glücklich zu sein. Im Einklang mit sich, im Kontakt mit sich – und mit den anderen fühlenden Wesen.
Nichts ist vordefiniert: der Buddha hat eindringlich gelehrt, nichts einfach deshalb zu glauben, weil er -oder ein anderer- es (so?) sagte.
Ich denke: es ist gut und richtig, wenn ein Mensch im B. eine Religion sieht, und die ihn glücklich und zufrieden macht.
Aber ich sehe NICHT, dass B. nur als Religion verstanden werden kann- vielmehr finde ich im B. (in Schriften von Menschen, die sich als Buddhisten bezeichnen) sehr wertvolle Techniken für das Leben im Alltag:
Was ist Meditation? Was ist Mitgefühl? Was verursacht Leid?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine philosophische „Wahrheit“ deshalb „falsch“ sein sollte, nur weil sie in der Bibel nicht steht.
Was ist verkehrt daran, gute und wertvolle Impulse anzunehmen, und sie -zu versuchen- umzusetzen?
Ich halte es indessen für verkehrt, zu sagen: alles ist eins, und aus Spiritualität weichzuspülen, bis sie so ausgelaugt ist, dass nichts mehr bleibt. Die Erkenntnis, dass Spiritualität befreit, ist das eine, aber dies erfordert einen zweiten Schritt: die Erkenntnis, dass Freiheit (des Einzelnen) ohne Verantwortung Egoismus und Diktatur ist – so geht es also nicht; bei der Erkenntnis „Alles ist Eines“ dürfen wir es nicht belassen, keinesfalls!
Wie wertvoll war es für mich, als mein Onkel im sterben lag, bei Sogyal Rinpoche nachzulesen; wie befreiend empfand ich es, mich mit dem Tod anzufreunden, wie wertvoll und stärkend sind die Bücher von Pema Chödrön für mich.
Ich glaube: Wichtiges aus beiden „Systemen“ kann sich gegenseitig ergänzen, und so den Sucher bestärken und hilfreich sein.
Was aus Liebe, liebender Güte und Hingabe geschieht, ist universell.
Jedes mag verschieden sein, vielleicht auch „Alles Eins“.
Aber keine Seite sollte die andere ausschliessen oder sich von ihr abwenden.
Im Gegenteil: was wir brauchen, sind offene, offenherzige Menschen.

Wahr, wahr

Montag, Februar 14th, 2011

Die Zeit ist ein grosser Lehrer.
Das Unglück: Sie tötet ihre Schüler.

Die DITIB Zentralmoschee in Köln Ehrenfeld

Montag, Februar 14th, 2011

Gestern, nach dem Sonntagsfrühstück. Ich promeniere, und sehe -in dieser Gegend war ich (leider) schon lange nicht mehr- den Rohbau.
Ach, denke ich, und beginne schon, mich zu freuen: in diesen Zeiten, in denen alle Angst vor dem Islam haben, und so viele, viele Menschen zulassen, dass ihre Vorurteile ihnen den Kopf in den Sand drücken, wird so eine Architektur umgesetzt: Offenheit, Transparenz, Einsicht, Aufgeschlossenheit.
Wie nötig für die Gläubigen: ein Ort, an dem sie beten können.
Wie nötig für unsere Zeit: die Minarette, als „Flamme des Glaubens“ sind weithin sichtbar, das Gebäude selbst macht deutlich: es ist nicht gefährlich, es ist nicht bedrohlich!
Wie gut, dass Menschen da stehen, und das Wider und Für diskutieren – und jene, die es anders haben wollen, dürfen ihre Meinung genauso frei äussern und leben, wie jene, die in Zukunft hierher kommen werden um zu beten.
Ach, wenn die Menschen diese Weisse und Unbeflecktheit nutzen werden – ohne Angriff, ohne Aggression.
Eine so schöne und nützliche Architektur.
Möge sie nützlich sein, mögen die Menschen sich daran und darin erfreuen und Glück finden!

Achtsamkeit…

Donnerstag, Februar 10th, 2011

… ist „die nach allen Seiten bedingungslos offene Erforschung der Wahrnehmung und Erfahrung“.
wow!!!

Tonglen

Mittwoch, Februar 9th, 2011

Was hat er denn nun wieder?
Immer diese seltsamen Überschriften!
Also: was habe ich?
Tonglen ist eine Meditationspraxis, eine Art der inneren Erziehung, also.
Zur Technik (sehr sehr grob gesagt): Man „atmet“ Schlechtes ein, behält es aber nicht bei sich, sondern transformiert es – und atmet „Gutes“ aus.
Näheres dazu findet sich -zB- auf wikipedia.
Wozu soll das gut sein?
Vor allem ist Tonglen eine Haltung, eine Übung, um mit sich selbst und anderen in Kontakt zu kommen.
Was ich so revolutionär finde:

Wir laufen für gewöhnlich vor allem Schelechten weg; wir wollen uns selbst mit unserer Schwäche nicht sehen.
Tonglen revolutioniert das:
Wir schauen und fühlen genau hin, wir laufen nicht weg.
Ein uralter Weg – aber für mich sehr neu, sehr interessant. Und ich hoffe: sehr effektiv…

Randgebiete

Dienstag, Februar 8th, 2011

Die Kerngebiete der Wissenschaftsbereiche sind nahezu „ausgeforscht“ – wer will in der Juristerei noch wahrhaft Neues zum Erlaubnistatumstandsirrtum finden (um ein Beispiel zu nennen)?
Und dennoch: gibt es (wie es uns das garstige Zen weismachen will) nichts mehr zu wissen, gibt es denn wirklich gar nichts zu tun?
Ja – und nein.
„Nein“ denn die Randgebiete der Bereiche, die Interferenzen der Gebiete, sind so zahllos und so dynamisch, dass die Überschneidungsmaterie reizvollsten Boden liefert. Sie glauben es nicht? Dann müssen Beispiele her.
Nehmen wir die „esoterische Ecke“, und da den einigermassen „harten“ Kern – wie zB Buddhismus, oder Yoga. Hier geht es um Präsenz, darum, das zu sein, was man wirklich ist – erwacht, aufmerksam, offen. Ein grosser internationaler Versicherer, der vieles neu definiert, will nun „erreichbar, aufmerksam, zuverlässig“ sein. Ich beahupte keineswegs, dass dies esoterisch sei -mitnichten!- aber hier finden wir ein Thema wieder, das -jedenfalls auf den ersten Blick nicht, und wahrscheinlich auch nicht auf den zweiten- nicht aus dem Kernbereich der Wirtschaftswissenschaft stammt. Ob meine These bezüglich des Ursprunges dieser Ambition nun zutrifft oder nicht, das wage ich nicht zu behaupten. Aber: es sei festgestellt, dass das Unternehmen sich etwas zum Ziel setzte, dass zutiefst menschlich ist.
Oder nehmen wir die Physik, dort die Feldtheorie und Quantenphysik /-mechanik. „Gibt es Materie?“ und „was ist das genau?“ sind zwei sehr interessante Fragen. Wir können sie -möglicherweise- nur mit Wahrscheinlichkeiten beantworten. Materie ist -vielleicht- Schwingung, eine Manifestation von Energie; eine feste Definition hat man in der Physik aber nicht. Diese Erkennntnis ist -paradoxerweise- nicht neu; bereits Patanjali mag dies gewusst haben – und dies Wissen (freilich ohne empirische Erkenntnis) wäre („wäre“ weil es unklar ist, ob man dies unter dieser Prämisse als „Wissen“ annehmen kann) dann mehr als 1000 Jahre alt.
Was geschieht, wenn man Psychologie und Medizin und Ethik miteinander verschränkt? Palliativmedizin – vielleicht.
Ob wir einmal dazu kommen, dass „Esos“ über wissenschaftliche Aufsätze meditieren?
Und dass Wissenschaftler versuchen, Dinge empirisch zu belegen, die „esoterisch gesehen“ wurden?
Was passiert, wenn man Mathematik mit Religionswissenschaften verschränkt? Die Kabbala wird leicht zugänglich…
Die Möglichkeiten, die sich auftuen, sind nahezu unbeschränkt. Was -von diesem Gedanken- ist tatsächlich denkbar? Was wird umgesetzt?
Es bleibt also sehr, sehr spannend…

69

Mittwoch, Februar 2nd, 2011

Gestern, im Restaurant.
Die Königin-Mutter feiert 69 – und alle freuen sich, es ist kein bisschen obszön.
Felicitas Rieder präsentiert ihr neues Buch – und heute schon bestelle ich es bei Amazon.
Auf dem Weg zur Feier wäre ich beinahe noch geblitzt worden; glücklicherweise bin ich dem entgangen, sonst wäre ein zwar sehr sehr stressiger Tag noch vergällt worden.
Der erste Februar … wenn ich erst einmal gross bin, wird es ein deutsch-französischer Feiertag sein.