Winterchaos

Der Winter ist da; es schneit.
Entsetzen bricht aus, Überraschung – allerorten.

Die Autowerkstätten werden -einem Tsunami gleich- überrollt von Winterreifen-Bedürftigen; in den Baumärkten lange Schlangen von Menschen, die Schnee-Räum-Bedarf erwerben möchten (oder einfach nur Streumittel); die Strassen sind verstopft weil die Kommunen kein Geld haben, um der Verkehrs-Sicherung Genüge zu tun; naturgemäß ist auch die Bahn vom Dezember überrascht.

Doch halt: haben all jene, denen ich in den letzten drei Zeilen Zorn, statt Mitgefühl sandte, nicht die ganze Zeit „im Hier und Jetzt“ gelebt? Konzeptlos, ohne Gedanken an ein „Morgen“ oder „nächsten Monat“?

Was setzt ein Leben im „Hier und Jetzt“ eigentlich voraus?
Ein Individuum, das eben dies tut: präsent leben.
Und das Drumherum? Eine Gesellschaft muss doch planen, vorhalten, berechnen- teils sehr, sehr langfristig.
Mitunter so, dass das aktuelle Geschehen aus Sicht der Vearntwortungsträger für die jetzige und zukünftige Sicherheit nicht relevant ist;
dafür, dass bei Schnee-Eintritt die Strassen geräumt sind, wurde schon vor fünf Wochen gesorgt.

Ist „Erleuchtung“ also ein Luxus?

Wie eigentlich hätte man sich eine „erleuchtete Gesellschaft“ vorzustellen?

Oder liegt hier ein Denkfehler? Attribuiere ich der Gesellschaft als solcher (unzulässigerweise?) eine eigene spirituelle Kompetenz?

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