Arbeitgebermoral

Der Arbeitnehmer (AN) ist dem Arbeitgeber (AG) verpflichtet. Er schuldet bestmögliches Bemühen – Leistung, keinen Erfolg.
Der AG schuldet dem AN Lohn und Gehalt. Dies richtet sich nach Arbeitsvertrag, nach Tarif – nach Recht und Gesetz also.
Die Hauptpflichten des Arbeistverhältnisses sind damit schon benannt – im Wesentlichen.
Was aber, wenn es Störungen gibt? In der Entlohnung, in der Leistung, in Haupt oder nebenpflichten – und zwar auf beiden Seiten?
Dafür hat unser Rechtssystem eine probate Antwort: Wenn eine Anspruch besteht, dann ist dieser auch durchsetzbar.
Blicken wir tiefer: was hat der AN davon, wenn er der Auffassung ist, hervorragend zu arbeiten, und das Arbeitsgericht ihm Recht gibt: Ja, Kläger: Du hast Anspruch gegen den AG darauf, dass Du höherwertig eingruppiert wirst; Du erfüllst all dies, Dir steht mehr Geld zu?
Das Arbeitsklima verfrostet möglicherweise, die nächsten Projekte werden anderweitig vergeben – die Gefahr besteht, dass man sich erfolgreich in eine Sackgasse einklagt.
Recht haben und Recht bekommen ist zweierlei – ja, ein altbekanntes Sprichwort.
Was ich hier sagen will, ist: es geht viel weiter. Zustehendes Recht bekommt man nicht nur, man muss auch damit umgehen.
Und das ist eine hohe Kunst – mitunter kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass der dritte Teil des Sprichwortes von vornherein einkalkuliert wird. Von wem? Nun, der AN wird sicher so nicht denken…

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